„Der Einzelhandel braucht ein Umdenken!“ (Teil 2)

Teil2: Marke werden, Marken bleiben!

Eine Marke ist Synonym für Individualität. Sie ist ein Versprechen an den Kunden. Eine gute Marke basiert daher auf einem ausgereiften Konzept, das sowohl stationär wie digital perfekt umgesetzt und gelebt wird.

Es sind die kleinen, feinen Dinge, die den Unterschied machen. Das etwas anders sein. Gerade im Luxusgüter-Segment darf ein Einzelhändler kein Warenverteiler sein. Er muss seine, meist über viele Jahrzehnte gewachsene Marke perfekt in Szene setzen. Seiner Philosophie Raum geben. Produkte und auch Dienstleistungen sind austauschbar. Der Alltag zeigt: Markenprodukte lassen sich ohne großen Aufwand kopieren. Und im Anschluss online unters Volk bringen. Der Verein Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt den wirtschaftlichen Schaden durch Produktpiraterie in Deutschland auf rund 30 Milliarden Euro pro Jahr. Eine Zahl, die auch unseren Kunden zu schaffen macht.

Marken entwickeln sich, müssen flexibel bleiben

Wir sehen uns immer als Partner unserer Kunden und damit in der Verantwortung, seiner Marke den Raum zu bieten, den sie verdient hat. Den sie braucht. Gemeinsam arbeiten wir nicht nur an der idealen Präsentation der Produkte, sondern wir sehen das große Ganze: das Markenversprechen. Und hier zeigt sich immer wieder, dass sich innere und äußere Sicht unterscheiden. So arbeiten wir unter anderem für Marc Cain, Hugo Boss, Adidas und Stone Island – Marken, die seit vielen Jahren fester Bestandteil des Premium- und Luxusgüter-Marktes sind. Viele Jahre bedeutet aber auch, dass sich das Image über einen langen Zeitraum entwickelt hat. Hier besteht die Gefahr, sich an das Bestehende zu klammern. Doch Kundenwünsche verändern sich. Wir agieren daher stets als eine Art Vermittler. Wie sieht sich das Unternehmen selbst? Wie sieht es der Kunde? Dies sind zentrale Fragen bei der Entwicklung von Marken- und damit auch Ladenkonzepten.

Marken komplett verändern, niemals eine gute Idee

Gleiches erleben wir bei den inhabergeführten Juwelieren. Wird ein Geschäft an die nächste Generation weitergegeben, bedeutet das Veränderung. Für alle Beteiligten. Die „Nachrückenden“ wollen natürlich ihre Persönlichkeit in das neue Ladenkonzept einbringen. Das ist gut, und das ist richtig. Hier den perfekten Weg finden, ist spannend, herausfordernd und ein Prozess. Und der funktioniert nur, wenn alle mitmachen und offen sind. Es gilt zu schauen, was möchte das Innen und was erwartet das Außen – also der Kunde. Der ist meistens seit vielen Jahren treuer Käufer und hat Erwartungen. Alles anders machen funktioniert daher in der Regel nicht, oder zumindest nur behutsam. Die Veränderung zukunfts- und kundenorientiert gestalten, ist der bessere Weg. Inklusive der eigenen Note.

Marken müssen leben, in ihren Testimonials

Marken brauchen ein Zuhause – eine Basis. Und sie brauchen Testimonials. In den meisten Fällen den Inhaber oder die Inhaberin. Bei einem höheren Markenwert durchaus Berühmtheiten aus Film, Fernsehen und Musik. Doch am Ende übernehmen die Mitarbeiter die wichtigste Rolle. Nur wenige Produkte haben eine Begehrlichkeit, so dass der Käufer und das Umfeld für die Kaufentscheidung egal sind. Die Entscheidung zum Kauf ist immer noch eine Sache von Vertrauen und Sympathie!

Neben architektonischen und Standortfragen, beantworten wir daher zudem die Frage nach dem idealen Mitarbeiterverhalten. Oder anders: Wir schulen die Angestellten unserer Kunden. Sie müssen sich im neuen Laden zuhause fühlen. Sie müssen kompetent und freundlich sein. Nur so werden sie die Marke entsprechend begeistert präsentieren (können). Hinter jeder Marke steht eine Philosophie. Dabei sind manche Dinge in Stein gemeißelt, andere sind flexibel. Es gibt immer wieder Fälle, in denen ein Mitarbeiter zum besten Markenbotschafter wird, einfach, weil er die Philosophie des Brands authentisch lebt.